DIE KUNST DER SPITZENLEISTUNG Ein einmaliges Fahrerlebnis erzeugen

Der Gründer von Gillet Automobiles, Tony Gillet, entwickelte sich vom Sportwagen-Champion zum angesehenen Designer und Autobauer von Sportwagen, die allgemein als Kunstwerke auf Rädern gelten. Mit seinem wohl berühmtesten Modell, dem Vertigo, haben Gillet und sein Team hohe Leistung und ein elegantes Äußeres für Kunden geschaffen, für die das Fahrerlebnis Leidenschaft ist – und die sich glücklich schätzen können, ein Fahrzeug der Marke Gillet zu besitzen.

Das Herz von Tony Gillet, dem mehr­fachen Gewinner der belgischen Bergrennmeister­schaften für Oldtimer der 1970er und Teilnehmer an den Rallyes Paris-Dakar, schlägt für leist­ungs­starke Wagen. „Mein allererstes Rennen fuhr ich in einem belgischen Modell namens Mean, das wir selbst zusammengebaut hatten“, erinnert sich Gillet, der Gründer von Gillet Automobiles. „In meiner Karriere hatte ich das große Glück, einige der schnellsten und leistungsstärksten Autos der Welt fahren zu können.“

Gillet war immer auf der Suche nach Leistung und Perfektion, und so war es für ihn unvorstellbar, dem Motorsport den Rücken zu kehren, als seine Karriere 1982 zu Ende ging. Stattdessen wurde er der erste belgische Importeur des Donkervoort, eines niederländischen Sportwagens im Stil des Lotus Super Seven, den Gillet aus einem Teilesatz zusammenbaute. „Nachdem ich fünf­- zehn Jahre lang diese Sportwagen für den Hersteller montiert hatte, beschloss Donkervoort Automobielen B.V., seine Aktivitäten neu zu ordnen und die Autos in den Niederlanden zu bauen.“ Tony Gillet beschloss daraufhin, seine Fantasie und Erfahrung einzusetzen, um anderen den gleichen Nervenkitzel zu ermöglichen, den er selbst so oft hinter dem Lenkrad erlebt hatte. Ein paar Jahre später hatte der Gillet Vertigo seinen großen Auftritt.

PROFIL

Tony Gillet gründete die in Belgien ansässige Autoschmiede Gillet Automobiles im Jahr 1992 und ist der Schöpfer des preisgekrönten Vertigo. Der Vertigo wurde nach dem gleich­na­migen Hitchcock-Film benannt, eine Idee von Gillets Tochter, als diese im College Filmwissenschaft belegte. Jeder Vertigo ist einzigartig und zu 100% an die Vorlieben des Kunden angepasst, von den Fahrgewohnheiten und Straßenbedingungen bis hin zur Innenausstattung und zur Karosseriegestaltung. Alle Vertigos entstehen in Handarbeit durch ein Team von 10 Mitarbeitern und sind mit bahnbrechender Klangtechnik ausgestattet, die mittels Kopfhörern unerwünschte Geräusche neutralisiert. Auch im Videospiel „Gran Turismo“ erfreut dieser Sportwagen Motorsportfreunde in aller Welt.

EIN UNVERGESSLICHES FAHRERLEBNIS

„Vor zwanzig Jahren bauten wir unseren ersten Vertigo-Prototypen – ein ultraleichtes Sportcoupé aus Verbundwerkstoffen, vollkommen von Hand gebaut“, sagt Gillet. Nach einer ganzen Reihe von Auszeichnungen, darunter 14 Jahre lang Guinness-Weltrekorde für die kürzeste Beschleunigungszeit von 0 auf 100km/h und drei Weltmeistertitel (2006-2008) in der G2-Klasse der FIA GT-Meisterschaft, haben Gillet und sein Team fünf Versionen des Vertigo gebaut. Die neueste Version, der Vertigo.5 Spirit, wurde im März 2011 vorgestellt und ist mit einem V8-Motor von Maserati ausgestattet. Heute sind weltweit 30 Exemplare unterwegs. „Das mag nicht viel sein“, gibt Gillet zu, „aber jedes Exemplar ist vollständig von Hand gebaut und an die Wünsche unserer Kunden angepasst. Wir sind ein kleines Team, da kann es bis zu zwei Jahre dauern, einen Wagen zu bauen. Aber wir haben uns für diesen Weg entschieden, damit jeder Wagen exklusiv und auf seinem Leistungs-Zenit bleibt.“

Gillet beschreibt den typischen Eigentümer eines Vertigo als jemanden, „der schon andere prestigeträchtige Sportwagen besitzt und nach etwas Originellem mit eigener Identität sucht. Unsere Kunden kommen zu uns, weil sie bereits einen Ferrari oder Lamborghini in der Garage stehen haben; der Gillet ist meist ihr dritter oder vierter Wagen. Wir hatten bereits einige berühmte Kunden: den französischen Rocksänger Johnny Hallyday, der unseren Wagen auf mehreren Konzerten in Paris verwendet hat, und Prinz Albert von Monaco, der ebenfalls eines unserer Modelle fuhr. Wir haben auch eine Version des Vertigo nach den individuellen Wünschen von Philippe Streiff gebaut, einem früheren Formel-Eins-Fahrer, der seit einem Unfall 1989 behindert ist. Sein Wagen hat ein Automatikgetriebe und wird mit einem Joystick gesteuert.“ Nach ihm wurde auch die Rennversion des Wagens, der Gillet Vertigo Streiff, benannt. „Selbst einige Journalisten, die den Wagen probefahren durften, haben ihn als das extremste Fahrerlebnis bezeichnet, das sie je auf der Straße hatten.“

HANDWERKLICHES KÖNNEN UND TECHNOLOGIE

Der Vertigo wird in einer 1.000 m2 großen Manufaktur im belgischen Namur gefertigt. Wer das kleine Werks­- gelände besucht, ist erstaunt darüber, wie handwerkliches Können mit moderner Technologie kombiniert wird. „Erst vor kurzem bat ein Team aus Japan darum, das Werk zu sehen, in dem der Vertigo gebaut wird. Sie waren sehr über­- rascht, als ich ihnen sagte, dass sie bereits in der Fabrik stünden. Es liegt fast auf der Hand, dass wir in der japan­ischen Presse sehr gut angekommen sind“, so Gillet. Als Gillet mit dem Auto­mobilbau anfing, gab es noch keine 3D-Software. Dann brachte irgendwann ein Student, der ein Praktikum bei Gillet absolvierte, einen Laptop mit 3D-CAD-Software ins Werk. „Wir haben ihn gebeten, ein paar Teile zu entwerfen und waren von den Fähigkeiten der Anwendung beeindruckt. Ich habe ihm eine Stelle angeboten, und seitdem nutzen wir 3D für all unsere Konstruktionsarbeit.“

Die Arbeit mit Subunternehmern hat sich dadurch stark weiterentwickelt. Da einige unserer Subunternehmer weit weg sind, ist es schwierig, mit per Hand angefertigten Skizzen unsere Wünsche zu vermitteln. Dank 3D-Technologie können wir ihnen einfach eine digitale Darstellung senden. Das ist sehr viel effizienter. So sprechen wir alle eine gemeinsame Sprache, was die Kommunikation vereinfacht. Gillet denkt bereits an die Zukunft. „In ein paar Jahren werde ich mich mit Sicherheit zur Ruhe setzen. Bevor es so weit ist, möchte ich aber sicherstellen, dass unser über die Jahre erworbenes Know-how und Fachwissen denjenigen zugute kommt, die dieses aufregende Abenteuer weiter verfolgen. 3D-Technologie ist der beste Weg, den ich kenne, um dieses Know-how zu nutzen und dafür zu sorgen, dass es an künftige Generationen weitergegeben wird“, sagt er. Und auch um sicherzustellen, dass Gillet Automobiles in den nächsten Jahren weiter Autos baut, die für leiden­schaftliche Fahrerlebnisse sorgen.

von Dora Laîné Zurück zum Seitenbeginn
von Dora Laîné