DIE STIMME DER ERFAHRUNG Russell Coutts, CEO, ORACLE TEAM USA

Wir beim ORACLE TEAM USA stecken derzeit voll in der Vorbereitungsphase. In wen­iger als einem Jahr verteidigen wir den 34. America’s Cup bei den Finalläufen, deshalb ist bei uns eine Menge los – von Training und Rennen bis hin zur Einführung und zum Entwurf und Bau von zwei 22 Meter langen Katamaranen der Klasse AC72.

„Mit einem mehr als 39 Meter hohen Starrsegel – doppelt so hoch wie bei den AC45-Booten – wird Segeln zu einer GANZ  neuen Erfahrung.“

RUSSELL COUTTS CEO OF ORACLE TEAM USA

Seit dem Sommer 2011 sind wir mit 14 Meter langen Mehrrumpfbooten der Klasse AC45 in der World Series des America’s Cup Rennen gefahren. Nun beginnen wir, mit unserem brandneuen AC72 zu segeln – dem Boot, mit dem wir im nächsten Jahr beim Finale des America’s Cup in San Francisco antreten werden. Mit einem mehr als 39 Meter hohen Starrsegel – doppelt so hoch wie bei den AC45-Booten – wird Segeln zu einer ganz neuen Erfahrung. Beide Boote sind Hightech-Maschinen, die den Rennkurs hoch- und zurückfliegen. Sie bringen einen echten Adrenalinkick – sie sind schwierig zu segeln, machen aber auch extrem Spaß.

Wir im ORACLE TEAM USA sind ein hochqualifiziertes Team mit den besten Konstrukteuren, Ingenieuren, Bootsbauern, Segelmachern und Seglern aus der ganzen Welt, die unermüdlich daran arbeiten, eine hochmoderne Rennjacht für die Teilnahme am 34. America’s Cup zu bauen. Das Hauptziel ist natürlich, den Titel erfolg­- reich zu verteidigen und im September 2013 zu gewinnen. Wir möchten zugleich aber auch einem neuen Publikum vermitteln, wie spannend der Segelsport sein kann, indem wir für ein aufregendes Zuschauer­erlebnis sorgen.

Seit den Anfängen des Cups im Jahr 1851 hat sich die Welt weiterentwickelt; der ganze America’s Cup hat nun zum Ziel, unseren Sport voranzubringen und jüngere Zuschauer dafür zu interess­- ieren, in der Hoffnung, neue Fans zu gewinnen. Die Fernsehberichterstattung und hochwertige Bilder von fest install­- ierten Kameras an Bord der A45-Boote haben den Sport bereits der breiten Öffentlichkeit näher gebracht. Und durch die Technologie der Liveline-Grafik ist der Sport noch zuschauerfreundlicher geworden. Daher haben wir bei der Konstruktion des A72-Boots auch an die Fernsehübertragung gedacht.

Wir wollten für den America’s Cup lang­- fristigen Nutzen schaffen. So haben wir uns überlegt, welche Art von Booten wohl in 50 Jahren für Rennen verwendet wird, und wie wir uns dem schon heute annähern könnten. Das Ergebnis: sehr sportliche A72-Boote. Wenn sie auf einem kurzen Rennkurs vor der fantas­- tischen Kulisse der Bucht von San Francisco Fahrt aufnehmen und dabei 40 Knoten erreichen (fast 83 km/h - was einem leichten Sturm entspricht), dann ist das Extremsport vom Feinsten.

Da diese neuen Boote so sportlich aus­­- gelegt sind, sind die teilnehmenden Segler auch zunehmend junge und athletische Leute. Kraft und Beweglichkeit sind für alle Aufgaben an Bord wichtig, vom Setzen und Streichen der Segel bis zum Manövrieren entlang des Kurses. Sicher, beim Gedanken daran wünsche ich mir, ich wäre 25 Jahre jünger. Aber ich nehme immer noch gern an Rennen teil. Es ist schön, da draußen zu sein und aus erster Hand mitzuerleben, wie sich der Sport entwickelt.

Im nächsten Jahr werden wir versuchen, uns für das Elite-Rennen der 11er-Crews zu qualifizieren, um die älteste Trophäe im internationalen Sport zu verteidigen. Wenn das Rennen wieder auf Einrumpfbooten stattfände, würde ich vielleicht auf eine Teilnahme verzichten. Aber dieses Mal bin ich auf jeden Fall dabei.

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