#6TITELTHEMA

EXPERTENMEINUNGWenn sich Ihre Mitarbeiter gegen Veränderungen sträuben, gehen Sie es falsch an.

Wissenschaftler, denen der Abgabetermin im Nacken sitzt, sträuben sich häufig dagegen, neue Technologien zu erlernen – ganz besonders, wenn dadurch ihre unfertige Forschungsarbeit den Kollegen offenbart wird. Als Fachmann für globalen Wandel erklärt Leandro Herrero, wie Führungskräfte ihre Forscher dabei unterstützen können, effizienzsteigernde Veränderungen anzunehmen. 

#6BERNARD CHARLÈS

BERNARD CHARLÈS

President and Chief Executive Officer

Dassault Systèmes

Wissenschaft ist ein Produkt der Vorstellungskraft. Der gelenkten Vorstellungskraft. Weil Wissenschaft – wie auch Kunst – die Natur nicht imitiert. Sondern sie geht darüber hinaus. Sie leitet nicht nur Theorien aus gesammelten Daten her. Der wissenschaftliche Prozess beginnt immer mit der Vorstellung, wie die Welt sein könnte. Die Vorstellungskraft in der Wissenschaft wird durch Logik, mathematische oder physikalische Gesetze, kritisches Hinterfragen und Experimentieren gelenkt.

Wir sollten stets bedenken, dass die Vorstellungskraft die kreative Begabung unseres Geistes ist, Bilder zu formen und zu verknüpfen. Wissenschaftliche Innovation entsteht in den meisten Fällen aus Analogien, Metaphern oder gedanklichen Assoziationen. Bilder zu wecken, Ideen zu verknüpfen, Lösungen durch Experimentieren zu finden und das Vorstellbare dem Vorhandenen gegenüberzustellen, bilden die Säulen bahnbrechender und nachhaltiger wissenschaftlicher Innovation. Dies ist auch die Quelle für die Innovationskraft der virtuellen Welten: Sie sind dort, wo Vorstellungskraft und Handeln aufeinandertreffen.