COMPASS MAGAZINE #10
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PERSONALISIERTE ANLAGEN Asset-Manager und Wertpapier-Dienstleister stehen unter großem Druck, innovative Tools anderer hochgradig regulierter Branchen zu übernehmen

Asset-Manager und Wertpapier-Dienstleister müssen verschiedene Prioritäten unter einen Hut bringen: Sie müssen kundenorientierte Produkte anbieten und gleichzeitig die Effizienz steigern und Transparenz sicherstellen. Compass hat Amin Rajan, CEO von CREATE-Research, einem unabhängigen globalen Prognosezentrum mit Sitz in Großbritannien, befragt, wie sich Unternehmen aus den Bereichen Vermögensverwaltung und WertpapierDienstleistungen diesen Herausforderungen stellen können.

COMPASS: Welchen großen Herausforderungen sehen sich Asset-Manager und Wertpapier-Dienstleister gegenüber?

AMIN RAJAN: Die Märkte sind seit 2008 sehr nervös, was wiederum die Kunden bei Investitionen nervös macht. Darüber hinaus werden erfahrene Kunden immer älter. Bis zu ihrem Ruhestand ist es nicht mehr lang, und sie haben nicht mehr die Zeit, vergangene Verluste wiedergutzu- machen. Um dieses Defizit zu beheben, haben die Regulierungsbehörden neue Gesetze eingeführt und die Durchsetzung der bestehenden intensiviert. Das übt einen großen Druck auf Asset-Manager aus, über neue Technologien und Produktinnovationen nachzudenken.

Wie wichtig ist Kundenorientierung bei der Bewältigung dieser Herausforderungen?

AR: Das ist entscheidend! Die Branche kann es sich nicht mehr leisten, Kunden als selbstverständlich zu betrachten. Sie muss die Bedürfnisse der Kunden und deren Risikotoleranzen verstehen und das liefern, was nachgefragt wird. In der Vergangenheit war die Vermögens- verwaltungsbranche angebotsorientiert. Mittlerweile schlägt dies jedoch in Richtung Nachfrageorientierung um, da Kunden ihre Asset-Manager sehr viel stärker in Frage stellen als früher. Asset-Manager ohne klare Kunden- ausrichtung werden es schwer haben.

Welche Rolle spielt Innovation, wenn es um Kundenorientierung geht?

AR: Innovation ist für die Branche überlebenswichtig, weil sich die Anforderungen der Kunden ständig ändern. Diesen Anforderungen gerecht zu werden, erfordert neue Produkte, neue Anlagetools und neue Risikoansätze.

Ein aufkommender Trend sind digitale Self-Service-Tools, mit denen der Kunde selbstständig sein Vermögen anlegen, Fonds auswählen und Risiken überwachen kann – Aufgaben, die bisher nur von einem Asset-Manager übernommen werden konnten. Diese digitalen Innovationen in der Vermögensverwaltung stecken noch in den Kinderschuhen. Sie haben jedoch das Potenzial, die Dynamik der Branche nachhaltig zu verändern, weil bis zum Ende des Jahrzehnts eine neue Generation von digital versierten Investoren mitmischen wird. Kunden werden die Kontrolle im Vergleich zu früher deutlich stärker in der Hand behalten. Vermittler müssen daher besseren Service, bessere Beratung und Mehrwert bieten können. Diejenigen, die das schaffen, klettern die Wertschöpfungskette nach oben und heben die Messlatte für den Rest der Branche an.

Wie können Asset-Manager und Wertpapier-Dienstleister von den Produktentwicklungsprozessen anderer hochgradig regulierter Branchen profitieren?

AR: Solche Prozesse sind mit Sicherheit für beide Sektoren relevant. AssetManager stehen unter Wettbewerbsdruck, wenn es darum geht, ein Produkt schnell auf den Markt zu bringen, und wieviel sie für Marketing ausgeben können. Wertpapier-Dienstleister benötigen dagegen eine bessere Planungskontrolle, kürzere Markteinführungszeiten und eine stärkere Zusammenarbeit im Unternehmen. Dies sind die Bereiche, in denen diese Prozesse Einzug in die Branche finden.

Würden Sie uns einige Beispiele nennen?

AR: Derzeit ist nur eine Minderheit von Asset-Managern in der Lage, Dinge wie Datenaggregation und sofortige Datenanalysen durchzuführen und belastbare Schlüsse aus diesen Daten zu ziehen. Allerdings sitzen viele Unternehmen auch auf alten IT-Systemen, die nicht miteinander verbunden sind und dem Fortschritt im Weg stehen.

„INNOVATION IST FÜR DIE BRANCHE ÜBERLEBENSWICHTIG, WEIL SICH DIE ANFORDERUNGEN DER KUNDEN STÄNDIG ÄNDERN. DIESEN ANFORDERUNGEN GERECHT ZU WERDEN, ERFORDERT NEUE PRODUKTE, NEUE ANLAGETOOLS UND NEUE RISIKOANSÄTZE.”

AMIN RAJAN CEO, CREATE-RESEARCH

Wie können Asset-Manager Technologie für mehr Innovation nutzen?

AR: Asset-Manager benötigen eine solide Innovationsstrategie, die bestimmt, wie Innovationen gefördert werden können – angefangen mit der erstmaligen Erfassung der Kundenbedürfnisse, über die Ideenfindung, Entwicklung, Verbesserung, rechtliche Prüfung und Einführung bis hin zur Neukonzeption aufgrund der sich verändernden Märkte.

Unsere Studien zeigen, dass 40%-50% der Asset-Manager der Meinung sind, über einen solchen Prozess zu verfügen, allerdings sind diese Prozesse oftmals nicht so stringent wie in anderen Branchen. Rechtliche Vorgaben zeigen klar, dass Produkte von Asset-Managern langfristig konzipiert werden müssen. Derzeit beruhen diese Prozesse oftmals auf manuellen Systemen mit nur unzureichender Qualitätssicherung. Hier kann Innovation, besonders die technologische Innovation, einen großen Unterschied machen.

Welche Innovationsbereiche werden die Vermögensverwaltung und Wertpapier-Dienstleistungen in der Zukunft prägen?

AR: Es gibt drei wichtige Innovations- bereiche, die die Vermögensverwaltung maßgeblich prägen werden. Erstens werden sich die Ansätze für das Anlegen von Vermögen verändern, wobei Geld in verschiedenen Anlageklassen angelegt wird. Zweitens werden Produkte, wie etwa Private Debt, die es Investoren ermöglichen, Unternehmen direkt Geld zu leihen, deutliche Zuwächse verzeichnen. Weitere Produkte dieser Art werden in Zukunft hinzukommen. Drittens werden benutzerfreundliche, digitale Do-it-yourself-Tools den Investoren ein besseres Kundenerlebnis bieten und ihnen ermöglichen, deutlich mehr selbst zu tun als bisher und so die mythisch verklärte Kunst des Investierens entzaubern.

Diese Veränderungen werden zwar nur schrittweise kommen, sie kommen aber sicher. Wir reden über ein Phänomen, das noch im Werden begriffen ist, sodass wir noch kein Leapfrogging im Wettbewerb erleben. Das wird sich aber bis zum Ende des Jahrzehnts ändern, weil das, was die Unternehmen derzeit tun, dann Früchte tragen wird. Technologie ist eine derart gewaltige Kraft, dass sie die Vermögens- verwaltung, wie wir sie kennen, völlig verändern wird.

In der Wertpapier-Dienstleistungsbranche ist es ähnlich. Innovationen treten in verschiedenen Schlüsselbereichen auf, wie etwa Zahlungen und Transaktionen, wo Technologien wie Blockchain die Geschwindigkeit und Zusammenarbeit bei internationalen Transfers rasend schnell verändern. Weiter ist das Verbessern der „Data Intelligence“ in der Vermögensverwaltung durch Big Data ein weiterer Schwerpunkt für Ver- mögensdienstleister. Bereits heute fragen Asset-Manager Big-Data-Services bei Vermögensdienstleistern an, sodass sich dies kurzfristig zu einem Wettbe- werbsvorteil auch für den Dienstleister entwickeln kann. Darüber hinaus beginnen Unternehmen damit, Technologien, die in anderen Branchen genutzt werden und das Feld der häufig vernachlässigten Finanzprodukt- entwicklung und das LifecycleManagement erheblich verbessern können, für sich zu entdecken. Dies hilft beim Umgang mit dem Druck der Regulierungsbehörden und ermöglicht eine stärkere Kundenorientierung. ◆

BNP PARIBAS SECURITIES SERVICES

BNP Paribas Securities Services, eine hundertprozentige Tochter der global tätigen BNP Paribas Gruppe, spezialisiert auf Depot- verwahrung, Clearing und Transaktionen für institutionelle Kunden, ist das erste Finanzdienstleistungsunternehmen, das ein ausgereiftes Produktentwicklungssystem nutzt, das bereits in der Luftfahrtindustrie und im Bereich Life Sciences erfolgreich eingesetzt wurde, um in einer stark regulierten Branche komplexe Produkte schneller einzuführen. BNP Paribas Securities Services nutzt das System auch zur Verwaltung und Anpassung der Produkte an sich wandelnde Märkte und Kundenanforderungen.

Um Produkte schneller auf den Markt zu bringen, müssen die 34 Niederlassungen von BNP Paribas Securities Services effizient zusammenarbeiten. „Wir haben viele Ideen und Initiativen“, sagt Philippe Ruault, Produktleiter Clearing, Transaktion und Verwaltung bei BNP Paribas Securities Services. „Es ist extrem wichtig, dass wir den Überblick über all diese Initiativen behalten und darauf achten, dass sie der globalen Strategie der Bank entsprechen. All diese Produkt- und Dienstleistungskategorien zueinander in Bezug zu setzen und an einer Stelle zu dokumentieren, wird immer komplizierter.

“ In den Griff bekommt BNP Paribas Securities Services diese Herausforderungen durch die Nutzung einer automatisierten Produktentwicklungstechnologie – ein wegweisender Schritt, der nicht nur dem Innovationsgeist des Unternehmens ent- spricht, sondern auch für eine schnellere Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen sorgt.

Die Kollaborationsplattform hilft BNP Paribas Securities Services dabei, Daten zu erfassen, neue Produkte zu entwerfen und diese zu entwickeln, zu validieren und zu verwalten. Sie fördert Innovation in den globalen Teams des Unternehmens, indem sie allen Beteiligten eine geschäftsbereichs-, produkt- und projektphasenübergreifende Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglicht. Das Management hat den vollen Überblick über alle laufenden Projekte einschließlich deren Status, Potenzial und Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie der Bank.

Durch das Digitalisieren des Produktkatalogs kann BNP Paribas Securities Services vorhandene Dienstleistungen und Komponenten für neue Kundenlösungen wiederverwenden. Dadurch verkürzt sich der Entwicklungszyklus insgesamt, was es dem Unternehmen ermöglicht, Lösungen schneller einzuführen. „Durch die Initiative können alle an einer Geschäftsidee mitwirken, sie validieren und entscheiden, ob es sich lohnt, in sie zu investieren“, sagt Sébastien Messean, Leiter Product Lifecycle Management von BNP Paribas Securities Services, der auch die Initiative leitet. „Sie erleichtert die Validierung und Entwicklung neuer Produkte und die Weiterentwicklung und Pflege bestehender Produkte. Wir wollen auch unsere Kunden in den Produktentwicklungsprozess einbeziehen, sodass wir deren Bedürfnisse noch effizienter, schneller und innovativer befriedigen können.“ Wenn Sie mehr über die von BNP Paribas Securities Services genutzte Lösung erfahren möchten, dann besuchen Sie folgende Website: http://bit.ly/SecuritiesServices

von Jacqui Griffiths Zurück zum Seitenbeginn
von Jacqui Griffiths

Discover the Innovation Factory Industry Solution Experience for Asset Management and Securities Services:
http://bit.ly/innofact