COMPASS MAGAZINE #10
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ART+COM

Technologie hat für viele Menschen ganz unterschiedliche Bedeutungen. Für einige ist sie die Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens; für andere ist sie eine Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern. Die Designagentur ART+COM sieht Technologie als Werkzeug, aber auch als Medium, mit dem man Sinn vermitteln und Interaktion fördern kann.

Aus reiner Neugier und dem Wunsch zu entdecken, wie man mittels PC mit anderen Menschen kommunizieren und interagieren kann, gründete Joachim Sauter, der visuelle Kommunikation und Film studiert hat, gemeinsam mit Architekten, Designern, Programmierern, Ingenieuren und Wissenschaftlern der Berliner Universität der Künste ART+COM.

„Als wir uns in den 1980er Jahren zusammentaten, wurde der PC von Designern und Architekten haupt­ sächlich als Planungswerkzeug genutzt. Doch schon bald war klar, dass er nicht nur ein Werkzeug ist, sondern dass man ihn auch nutzen kann, um etwas auszudrücken und um mit anderen zu kommunizieren“, sagt Sauter, Vorstand und Head of Design sowie Professor für Medien­ gestaltung an der Universität der Künste in Berlin und an der University of California in Los Angeles. „Wir erforschen bei ART+COM reflektierende Oberflächen und ver ­ wenden sowohl rechnergestützte Modelle als auch visuelle Erfahrungen, damit die Oberflächen und Objekte Geschichten erzählen und Botschaften übermitteln können.“

„WIR WERDEN AUCH ZUKÜNFTIG MIT TECHNOLOGIE INTUITIVE ERLEBNISSE ERSCHAFFEN, DIE VORSTELLUNGSKRAFT DER MENSCHEN BEFLÜGELN.”

Da sie häufig von Museen und Unter­ nehmen beauftragt werden, die durch räumliche Installationen etwas ganz Spezielles ausdrücken möchten, sind es die kleinen, multidisziplinären Teams von ART+COM gewohnt, innerhalb strenger Designvorgaben zu arbeiten. Die Projektdauer von der Konzeption bis zur Umsetzung reicht von wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren.

„Zwar kann Technologie während des Designprozesses die Inspiration zu bestimmten Formen liefern, aber dennoch nutzen wir sie nicht, um damit zu beeindrucken. Unser Hauptziel liegt darin, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Botschaft zu lenken, die wir kommunizieren möchten“, sagt Sauter. „Wenn die Menschen sofort von der Technologie fasziniert sind, die wir in unseren Kunstwerken eingesetzt haben, und überlegen, wie das alles funktioniert, anstatt sich Gedanken über die Botschaft zu machen, haben wir unser Ziel verfehlt.“

Um den Betrachter in den Bann zu ziehen, vertrauen Sauter und sein Team auf einen elementaren Designgrundsatz: Sie lassen sich von der Welt um sie herum inspirieren.

„Für Inspiration gibt es keine Formel. Man kann sie nur finden, wenn man die Augen offen hält – sie entsteht aus so kleinen Dingen wie der Reflexion des Sonnenlichts in einem Wasserglas oder der anmutigen Bewegung eines Mantarochens“, erklärt Sauter.

Während sich die digitale Technologie immer weiterentwickelt, wird laut Sauter auch ART+COM stets innovative und fantasievolle Wege finden, sie in seine Kunstinstallationen zu integrieren. „Wir werden auch zukünftig mit Technologie intuitive Erlebnisse erschaffen, die die Vorstellungskraft der Menschen beflügeln, ihnen das Verständnis für komplexe Zusammen­ hänge erleichtern und ihnen ein Raumgefühl vermitteln.“ ◆

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  • Scannen Sie den Code ein, um Kinetic Rain zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=jhP9n6WvVfQ
  • Die kinetische Skulptur ist am Changi Airport in Singapur installiert. 608 Tropfen aus kupfer überzogenem Aluminium sind einzeln über ein dünnes Stahlseil mit je einem kleinen, computer gesteuerten Motor verbunden, der sie auf und ab bewegt. (Bild © ART+COM)