COMPASS MAGAZINE #10
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EXPERTENMEINUNG Wenn sich Ihre Mitarbeiter gegen Veränderungen sträuben, gehen Sie es falsch an.

Wissenschaftler, denen der Abgabetermin im Nacken sitzt, sträuben sich häufig dagegen, neue Technologien zu erlernen – ganz besonders, wenn dadurch ihre unfertige Forschungsarbeit den Kollegen offenbart wird. Als Fachmann für globalen Wandel erklärt Leandro Herrero, wie Führungskräfte ihre Forscher dabei unterstützen können, effizienzsteigernde Veränderungen anzunehmen. 

Die Ansicht, dass sich Menschen – einschließlich Wissenschaftler – gegen Veränderungen sträuben, ist weitverbreitet. Doch das ist völliger Unsinn. Wir verändern uns ständig. Wir heiraten, bekommen Kinder, wechseln den Arbeitsplatz. Wir reisen, lernen neue Sprachen, probieren neue Gerichte aus. Wir stehen Schlange, um die neueste Technologie kaufen zu können. 

Woher kommt also die Ansicht, dass Menschen nichts ändern wollen? Aufgrund meiner Erfahrung von fast zwei Jahrzehnten im Change­-Management glaube ich, dass Abneigung dann erzeugt wird, wenn die Veränderung nicht freiwillig gewählt, sondern aufgezwungen wird. 

Denken Sie an die Einführung neuer Technik am Arbeitsplatz. Wenn Sie dort Informationen eingeben sollen, ohne einen Gegenwert zu erhalten, werden Sie dies nicht nutzen. Wenn die Dateneingabe mit 20 anderen Tätigkeiten kollidiert, die für Sie einen unmittelbaren Nutzen haben – Einhaltung eines Termins, Fertigstellung eines Berichts – werden Sie stattdessen lieber diese erledigen.

Wie sollten Sie also vorgehen, wenn Sie als Führungskraft eine solche Änderung umsetzen müssen? Beginnen Sie damit, die inoffiziellen Meinungsführer innerhalb Ihrer Firma – Menschen, die von den Kollegen respektiert werden – ins Boot zu holen, um deren Verhalten zu beeinflussen. Fragen Sie Ihr mittleres Management, wer zu diesen Meinungsführern gehört, und in nur einer Minute kennen Sie deren Namen. Verwickeln Sie sie in ein ernsthaftes und emotionales Gespräch und sagen Sie ihnen, dass Sie dringend ihre Hilfe benötigen. 

„ABNEIGUNG WIRD DANN ERZEUGT, WENN DIE VERÄNDERUNG NICHT FREIWILLIG GEWÄHLT, SONDERN AUFGEZWUNGEN WIRD.“ 

LEANDRO HERRERO GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER VON VIRAL CHANGE GLOBAL UND MITBEGRÜNDER VON THE CHALFONT PROJECT

Wenn diese inoffiziellen Meinungsführer der Veränderung positiv gegenüber­stehen und das ihren Kollegen zeigen, werden auch diese bald Feuer und Flamme sein. Jedes kleine Feuer entzündet das nächste, bis bald alle darauf brennen.

Als Berater setzen wir diese Methode seit 15 Jahren ein. Sie hat nie versagt. Denken Sie also dran: Zwingen Sie Veränderungen nicht auf. Lassen Sie die Meinungsführer durch ihr Verhalten vorleben, dass die Veränderung gut ist, und sie wird umgesetzt werden.

„ÜBERZEUGEN SIE 50 MITARBEITER, DIE VON IHREN KOLLEGEN RESPEKTIERT WERDEN, DAVON, DIE VERÄNDERUNG ZU BEGRÜSSEN, UND SCHON BALD SIND ALLE MIT AN BORD.“ 

LEANDRO HERRERO GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER VON VIRAL CHANGE GLOBAL UND MITBEGRÜNDER VON THE CHALFONT PROJECT
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von LEANDRO HERRERO

Leandro Herrero ist klinischer Psychologe, geschäftsführender Gesellschafter von Viral Change Global LLP und Mitbe­gründer von The Chalfont Project Ltd. (www.thechalfontproject. com), einer internationalen Beratungsfirma mit den Spezialgebieten Unternehmensstrategie, Change Management, Unternehmensführung und Innovation. 

https://www.youtube.com/watch?v=iStEUTbhCo4