COMPASS MAGAZINE #10
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MISEREOR SOCIAL SWIPE MACHT SPENDEN ZUM KINDERSPIEL

Mobile Geräte und soziale Applikationen haben sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Vermarkter setzen diese digitalen Tools - einschließlich der 3D-Visualisierungstechnologie - ein, um auf unseren Bildschirmen präsent sein zu können. Compass porträtiert in dieser „Galerie des großartigen Marketings“ einige Unternehmen und Organisationen, die die traditionellen Grenzen des Marketings durchbrochen haben.

Während futuristische Technologie meist Bilder von übertriebenem technischen Schnicknack heraufbeschwört, benötigen die Nutzer meist gar keine überwältigenden Spezialeffekte, um in ein Markenerlebnis hineingezogen zu werden. Manchmal lösen die einfachsten Handlungen die größte Zufriedenheit aus.

Im Falle des gemeinnützigen Hilfswerks Misereor mit Sitz in Aachen bewirkte eine einfache, aber elegante interaktive Art der Spendenübergabe eine befriedigende Erfahrung für die Spender. Und die damit verbundene Technologie öffnete Misereor das Tor zu einer langfristigen Beziehung mit den Spendern.

Das Hilfswerk, das von Spendengeldern abhängig ist, um Armut und soziale Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt zu bekämpfen, hatte die Idee zu „Social Swipe“, als es erfuhr, dass 40% aller Zahlungen in Europa mit der Kreditkarte getätigt werden. Nachdem Misereor bereits erfolgreich interaktive Spendenplakate entwickelt hatte, bei denen die eingeworfenen Münzen durch das Plakat rollen und dabei verschiedene Hilfsszenarien passieren, überlegte die Geschäftsführung, ob eine ähnliche Kampagne mit Kreditkarten noch größere Erlöse bringen würde.

Die gemeinsam mit der Hamburger Agentur Kolle Rebbe entwickelte „Social Swipe“-Kampagne bestand aus einer Serie von interaktiven Videopostern, mit denen Spenden von je zwei Euro gesammelt wurden. Beim Durchziehen der Kreditkarte wird ein Video abgespielt, wobei es scheint, als schneide die Kreditkarte die Fesseln eines Kindes auf den Philippinen durch oder eine Scheibe Brot für eine Familie in Peru ab.

„Alle mit der Spende in Verbindung stehenden Prozesse mussten synchronisiert werden“, erklärt Sascha Hanke, Executive Creative Director bei Kolle Rebbe. „Wenn die Karte durchgezogen wird, muss sie durch einen sicheren Prozess authentifiziert und in Sekundenbruchteilen eine Filmsequenz gestartet werden.“

Die Videoposter wurden auf den internationalen Flughäfen in Hamburg und Amsterdam installiert und brachten im ersten Monat bereits 3.000 Euro ein. Dank der Kreditkartennutzung konnte Misereor die Kampagne noch ausweiten und fügte der Kreditkartenabrechnung jedes Spenders den kleinen Hinweis hinzu, diese einmalige Gabe in eine monatliche Spende verwandeln zu können. Misereor berichtet, dass die Zahl der Menschen, die dreimal oder öfter spendeten, während dieser Kampagne im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 23% gestiegen sei.

„Diese Installationen sind teurer als normale Spendenbüchsen“, sagt der Public Relations Manager von Kolle Rebbe, Thomas Stritz. „Aber am Ende geht es nicht nur um die damit gesammelten Spenden, sondern um die öffentliche Aufmerksamkeit. Videos werden geteilt, Fotos gemacht, Kommentare und Artikel geschrieben.“

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Erleben Sie Social Swipe:
https://www.youtube.com/watch?v=dVvZdC2Kp14